FAMILIE GMEINER

Ein kurzes Portrait der Familiengeschichte.

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FAMILIE GMEINER

Othmar Gmeiner wurde als achtes von neun Kindern, am 15.09.1929 in Ludesch geboren. Auszüge der Familiengeschichte sind aus dem Gemeinschaftsarchiv Walgau sowie Fotos und Dokumente.

Konrad Gmeiner und eine Liste seiner Kinder
Großvater Konrad Gmeiner
Verschiedene Bilder aus dem Familienalbum
Aus dem Familienalbum der Gmeiners

Othmar Gmeiners Großvater Konrad stammte ursprünglich aus Alberschwende im Bregenzerwald.
Konrad Gmeiner erwarb 1883 das Haus „Barx100“ in Ludesch, das heutige „gmeiner huus“.
Mit seiner Frau Franziska Rinderer hatte er 13 Kinder, von denen drei im Kindesalter starben.
Der am 26.08.1884 geborene Sohn Jodok war der „Erstgeborene“ und Othmars Vater.

Jodok Gmeiner und eine Liste seiner Kinder
Jodok Gmeiners Familie
Familienfoto aus dem Jahr 1943, schwarz/weiss
Familie Gmeiner 1943

Othmar Gmeiner wuchs mit seinen Eltern Jodok (*1884-1967†) und Maria (*1887-1947†) sowie seinen sieben Geschwistern in Ludesch auf. Seine Ehe mit Karin Psaier (geb. 31.12.1936-27.12.2009 verstorben) blieb kinderlos. Er verbrachte sein ganzes Leben im Haus „Barx 100“, heute Dorfstraße 153, seinem Elternhaus

Die Stationen seines Lebens waren:
1935 – 1943 Volksschule
1943 – 1944 Landwirtschaftsschule
1944 – 1947 Arbeit in der elterlichen Landwirtschaft
1947 – 1964 Post Bludenz
1964 – 1974 Raika Ludesch
1974 – 1989 Hilti
27. 12. 2009 Tod seiner Frau Karin
Ab 1965 bis 1990 war er nebenberuflich als Versicherungsvertreter tätig.
1989 / 90 erfolgte die Pensionierung, zuerst bei Hilti, danach bei der Versicherung.

Bilder aus dem Familienalbum, Othmar in jungen Jahren
Othmar in jungen Jahren


Aus seinem Arbeitsleben sind einige Bilder erhalten.

Zeitlebens war er auch Landwirt und Sammler.
Diese Begeisterung für das Sammeln verschiedenster Geräte aus der Landwirtschaft, dem Handwerk, dem Haushalt „erbte“ Othmar von seinem Vater Jodok. Dieser war selbst ein Handwerker (Zimmermann) und bewahrte alle Werkzeug sorgsam auf, denn „man könnte es ja nochmals brauchen.“ Diese verschiedensten Werkzeuge der Holzbearbeitung, vor allem Hobel, bilden den Grundstein der Sammlung. Mit den Jahren wuchs die Sammlung immer weiter an und war bald im Walgau bekannt. Mit dem Ende der Landwirtschaft wurden auch Stall und Tenne als Lager genutzt. Noch mehr Objekte kamen ins Haus. Manches hat Othmar Gmeiner auch wieder weitergegeben oder entsorgt, um Platz für andere Kulturgüter zu schaffen.

Ein Gedicht von Othmar Gmeiner aus dem Jahr 2014

LUDESCH – am HOHLWEG zu ST.MARTIN

Umrahmt vo dr Lutz und sattgrüana Wälder
vo Wingert und Gmüas, uf fruchtbara Fälder –
am Mühlebächle noach ahi, bis zum Hangata Ste
des ischt LUDESCH „mi Dahem“ -i bruch ned viel meh.

An ägna Brunna am Hof, spendat emsig und zfieda
si Wasser täglich promt, as ischt nia usblieba –
oft, wenn i gedanklich umwoba, a dera Tränke stoh‘
hot mi, a schürfendes Wunschgefühl übernoh.

Gern möcht i irgendwia dem Brunnen gleichen
und was i mir ischt, möglichst möga weiterreichen
des Gfühl, stellt unumwunda d Froag in Raum
soo, ohne Weiteres glingt des Üseram wohl kaum.

Getroscht – der Brunna ment, a dera Stelle
i tua jo o nu witergeh – bi ned die Quelle
mir flüsst des zua – i gibs nur weiter
das macht mi Dasein frohgemut und heiter.

Und soo läb i halt noach des Brunnens Weise
schöpf täglich Kraft für d’Lebensreise
und will, wenn’s glinga mag, auch weitergeben
was mir, dia Quelle schenkt fürs Leben.

im Herbst 2014
Othmar

Aufnahme ins Kulturgut Walgau, Inventarisierung und Erhalt für die Öffentlichkeit
Die inzwischen zum kleinen „Privatmuseum“ angewachsene Sammlung wurde von „KULTURGUT WALGAU“ in die Liste der wichtigen Sammlungen des Walgaus aufgenommen. 2014 fand eine erste Inventarisierung von Objekten statt.

Othmar Gmeiner war es wichtig, dass die aus etwa 1500 Objekten bestehende Sammlung auch nach seinem Tod der Öffentlichkeit erhalten bleibt. Daher vermachte er nach reiflicher Überlegung und langen Verhandlungen das Haus mitsamt den Sammelobjekten der Gemeinde Ludesch mit der Auflage, daraus eine Begegnungsstätte zu gestalten.
Um seinem letzten Willen gebührend zu entsprechen, wurde das Haus revitalisiert und ein Ort geschaffen, in dem die Vergangenheit lebendig bleibt.

Text: Hertha Glück, Leitung gmeiner huus und Gerhard Vylet