Ein Ort der Begegnung.
Lebendige Vergangenheit.
Mitten in Ludesch.

GMEINER HUUS. SEIT HERBST 2020

Gmeiner Huus. Ein Ort der Begegnung.

2016 hat Othmar Gmeiner sein Haus in der Dorfstraße 153 der Gemeinde Ludesch hinterlassen – mit der Auflage, seine Sammlung der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen und das Haus einen Ort der Begegnung bleiben zu lassen. Ein Wunsch, dem seit 2019 entsprochen wird. Nach langen und intensiven Vorbereitungen konnte der Umbau der Tenne 2024 endlich umgesetzt werden. Das gmeiner huus in seiner jetzigen Form wurde im Juni 2024 feierlich eröffnet.

Seit August 2019 wurde das Gemeiner Huus in Zusammenarbeit mit Expert:innen aus Volkskunde, Architektur, Ausstellungsplanung und Gestaltung mitsamt der umfangreichen Sammlung als Ort der Begegnung vom Gestern achtsam ins Morgen geführt.

Die Sammlung wurde archiviert, ein Konzept für das Gmeiner Huus als „Ort der Begegnung mit einer lebendigen Vergangenheit” wurde erstellt und als LEADER-Projekt eingereicht. Seither nimmt nun das Projekt „gmeiner huus” Gestalt an und entwickelt sich stetig weiter.

Das Haus in der Dorfstraße 153

Erbaut wurde das Haus in der heutigen Dorfstraße 153 in den Jahren 1820 bis 1822 von einem Professor Valentin Schlegel. Damals trug das Haus noch die Adresse Barx Nr. 100, nach dem alten Ludescher Dorfteil, in dem das Haus ganz in der Nähe der Pfarrkirche St. Martin steht. Das typische Walgau-Haus war für damalige Verhältnisse modern angelegt: Voll unterkellert, die Toilette in der Türverbindung zwischen Wohngebäude und Tenn und die Küche war, anders als seinerzeit üblich, gegen Osten ausgerichtet. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb 1883 der Zimmermann und Landwirt Konrad Gemeiner aus Alberschwende das Gebäude – Othmar Gmeiners Großvater. 1967 schließlich übernahm Othmar als zweitjüngstes von neun Kindern das Haus, in dem er geboren war – und sollte bis zu seinem letzten Atemzug dort leben.

Othmar Gmeiner. Ein vielseitig interessierter Sammler.

Othmar Gmeiner war Sammler und Chronist, er schrieb Gedichte, war in zahlreichen Ludescher Vereinen aktiv und insgesamt vielseitig interessiert. Vor allem daran, wie es früher einmal war. „I bin an Vielafohiga”, hat der Ludescher mit Bregenzerwälder Wurzeln über sich selbst gesagt, „I sammel einfach alles, was möglich isch.”

Den Grundstein für seine Sammelleidenschaft hatte bereits sein Vater Jodok gelegt, der wie Othmar überzeugt war, das Alte müsse bewahrt bleiben. Insbesondere Alltagsgegenstände aus Holz, Werkzeug oder landwirtschaftliches Gerät hat Othmar Gmeiner seit den 1950er-Jahren gesammelt, säuberlich archiviert und mit großem Sachverständnis – und ausgeschmückt mit so mancher Anekdote – auch Interessierten gerne gezeigt. Jeder war willkommen, sich seine stetig wachsende Sammlung im Dachboden und später auch im Tenn des Hauses anzusehen. Miteinander zu reden, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben und zu erhalten, was sich zu erhalten lohnt, das war seine Leidenschaft. So ist es auch der Gemeinde Ludesch eine große Ehre, Othmar Gmeiners letztem Willen nachzukommen und das Gmeiner Huus mitsamt der umfangreichen Sammlung als Ort der Begegnung vom Gestern achtsam ins Morgen zu führen.

Wie es weiter geht

Seit der Eröffnung am 21. Juni 2024 haben unter der Leitung von HERTHA GLÜCK viele Interessierte das gmeiner huus besucht und mit dem Blick auf die ausgestellten Objekte auch einen Blick in die Vergangenheit gemacht. Aktuell ist das gemeiner huus von Mai bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich finden in der Mitte des Monats Sonderveranstaltungen statt. Die Krippenausstellung schließt das Jahr ab.

Die aktuelle Ausstellung präsentiert „Wolle umgarnt Holz“ und führt an den Ursprung Othmars Sammlung, nämlich die verschiedensten Hobelarten. Die Thematik Wolle vom Bergschaf zum Pullover spiegelt die weibliche Seite wider.

Beides wird durch unterschiedliche Objekte der Sammlung dargestellt.

Weitere Infos:  Besucher Info      Kalender

In der Stube Othmar und Karin Gmeiners finden Veranstaltungen von HERTHA GLÜCK statt. Diese ergänzen die Ausstellung in der Begegnungsstätte.

HERTHA GLÜCK   -   ERZÄHLSTUBE GLÜCK